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Aufwärmen und „Dehnen“ im und für Shibari

 

Shibari kann, je nach Ausführung, eine außergewöhnliche Beanspruchung für den Körper des Models sein. Unter anderem werden Positionen in maximaler Dehnstellung, ähnlich wie beim Yoga, für einige Zeit gehalten. Darum ist die Frage sinnvoll, ob man sich darauf mit Übungen vorbereiten kann oder sollte.


Anatomisch gesehen, sind alle Gelenke des Körpers in ihrem Bewegungsausmaß begrenzt. Dabei sind, je nach Gelenk, die Muskeln, die Sehnen, die Gelenkkapsel und teilweise auch Knochen der begrenzende Faktor. Auch haben nervale Strukturen und Faszien ihren Anteil. Wie diese verschiedenen Anteile auf Dehnung und Aufwärmen reagieren ist unterschiedlich. Auch die Art der Dehnung und der Übungen spielt eine Rolle. Dazu später mehr.


Bezüglich des Aufwärmens ist nachgewiesen, dass ein „kalter“ Muskel eher verletzungsanfällig ist. Dies gilt vor allem bei Sportarten, bei denen plötzliche Belastungen auftreten. Dies ist bei Shibari eher nicht der Fall. Schon gar nicht am Anfang der Fesselung. Wahrscheinlich ist es sinnvoll entweder langsam zu beginnen oder sich mit einigen Bewegungen aufzuwärmen. Im Osada Ryu beginnt man häufig mit Aisatsu Nawa. Dies enthält langsame Techniken zum „Kennenlernen“. Keiner kommt hier auf die Idee direkt die Arme des Models hinter den Körper zu zerren.


Die medizinischen Studien zum Dehnen im Sport sind sehr unterschiedlich. Teilweise gibt es Hinweise, dass Dehnen sogar die Verletzungsanfälligkeit erhöhen könnte (z.B. beim Fußball). Da es in der Sportmedizinischen Forschung noch keinen Konsens darüber gibt, was beim Dehnen überhaupt passiert und wieviel und wie lange man für welches Ergebnis Dehnen soll ist man weiter auf eigene Erfahrungen angewiesen. Besonders da es wenige Sportarten gibt die man mir Shibari vergleichen könnte.


Grundsätzlich können statischen und dynamische Dehnmethoden unterschieden werden.


Dynamisches Dehnen ist das wiederholte, wippende Nachfedern. Früher wurde diskutierte, ob es dadurch zu Verletzungen kommt. In Studien wurde dies allerdings nicht bestätigt. Es gibt Hinweise, dass diese Art zu Dehnen besonders für schnellkraftorientierte Sportarten sinnvoll ist. 


Statisches Dehnen kann sehr unterschiedlich ausgeführt werden. Es gibt Fremd- und Eigendehnung, passives und aktives Dehnen. Insgesamt gilt, nur ein aufgewärmter Muskel soll gedehnt werden. Je nach Studie soll die Position langsam erreicht werden und dann 6 sec bis 120 sec gehalten werden. Meist soll ein „angenehmer Schmerz“ erreicht werden. Für Sportarten mit hohen Anforderungen an den Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus (z.B. Bodenturnen) können die Techniken Verletzungen vorbeugen. Es ist dadurch auch eine bessere Beweglichkeit, eine Verbesserung der Durchblutung und eine Schmerzhemmung nachgewiesen.


Dies sind allerdings Angaben über Muskeldehnung. Die Behandlung von strukturell verkürzten Sehnen und kontrahiertem Kapsel-Bandapparat ist mit diesen Techniken meist nicht möglich. Dafür sollte ein Physiotherapeut zu Rate gezogen werden.  

 

Zusammenfassend empfehle ich, das Fesseln mit Techniken aus dem Aisatsu Nawa zu beginnen. Dann ist zusätzliches Aufwärmen nicht notwendig. Wenn dies nicht möglich ist, z.B. vor einer Show, ist ein lockeres Aufwärmen für min. 10 min zu empfehlen. Je nach geplanter Fesselung sind passives Dehnen durch einen Partner möglicherweise effektiver.

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